Einen Baum im eigenen Garten pflanzen

Was gibt es Schöneres, als an einem heißen Sommertag unter einem großen Baum zu sitzen und die angenehme Kühle seines Schattens zu genießen. Wir erklären, auf was es bei der Pflanzung eines Baumes ankommt und wie er schön groß und gesund anwachsen kann.

Richtiger Zeitpunkt

Der Zeitpunkt der Pflanzung hängt maßgeblich vom Pflanzentyp des Baumes ab: Laubabwerfende Bäume sollten idealerweise im Herbst einpflanzt werden - also dann, wenn der Baum sein Laub bereits abgeworfen hat. Zur Bildung neuer Blätter im Frühling benötigt der Baum Energie. Wird im Herbst gepflanzt, kann er sich voll und ganz auf das Wurzelwachstum konzentrieren. Immergrüne Bäume können jederzeit gepflanzt werden. Nebst der Wahl der Baumart und der Bestimmung des Standorts gilt es jedoch noch vieles mehr zu beachten.

Und so geht's

Wichtig: Kontrollieren Sie bei der Entgegennahme des Baumes, ob es sich wirklich um die richtige Baumart handelt und dass die Pflanze keine Rindenverletzungen aufweist. Das Wurzelwerk muss bis zur Pflanzung stets feucht gehalten werden.

  1. Die Pflanzgrube muss mind. 1.5x den Durchmesser des Wurzelwerks betragen. Die Grubentiefe soll aber ca. 5 cm weniger tief sein, als das Wurzelwerk hoch ist.Vielfach wird der Baum zu tief gepflanzt, was dazu führt, dass die Pflanze aufgrund des gestörten Gasaustausches nicht wachsen und frühzeitig vergreisen wird. Wurzeln brauchen Sauerstoff! Sie wachsen von selbst tiefer in die Erde, nach oben wachsen können sie aber nicht.

  2. Das Aushubmaterial wird getrennt nach Bodenschichten neben der Pflanzgrube deponiert.

  3. Überprüfen Sie die Grubensohle nach unten auf die Verdichtung hin. Dafür ein wenig Wasser eingießen; wenn das Wasser abläuft, ist der Boden in Ordnung. Falls das Wasser nicht absickert, den Untergrund auflockern und evtl. Bodenverbesserungsmaßnahmen ergreifen.

  4. Entscheiden Sie sich für die gewünschte Platzierung und Ausrichtung des Baumes in der Pflanzgrube.

  5. Schlagen Sie einen Pfahl in die offene Baumgrube. Vorsicht bei einer nachträglichen Pfählung: Bei nacktwurzeligen Bäumen können so Wurzelverletzungen entstehen. Den Pfahl nie durch den Wurzelballen schlagen!

  6. Betten Sie die Wurzeln in krümelige, feuchte Erde ein. Schon während des Auffüllens der Pflanzgrube sollten Sie die Erde immer mit Wasser einschwemmen, um Hohlräume zu schließen. Treten Sie die Erde dabei nicht fest!

  7. Erstellen Sie einen Gießrand rund um den Wurzelraum. Zur Langzeitdüngung mit einer wertvollen, organischen Substratmischung oder stark zersetztem Kompost anreichern.

  8. Binden Sie den Baum mit Kokosschnur oder einem PVC Bindeschlauch fest. Achten Sie darauf, dass die Bindeauflage möglichst breit gemacht wird, um ein Einwachsen im Stamm zu verhindern. Auch sollte es keine Scheuerstelle zwischen dem Baum und dem Pfahl geben.

  9. Schwemmen Sie den Baum zum Schluss noch einmal gut ein.

 

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Tipps zur Anwachspflege

  1. Der Baum sollte während der ersten Wochen, außer bei Dauerregen, mind. einmal wöchentlich getränkt werden. Beim Tränken lieber über eine längere Zeit mit dem Gartenschlauch wenig Wasser zuführen, damit die Erde das Wasser aufnehmen kann, anstatt mit der Gießkanne 20 Liter auf einmal zu geben.

  2. Wässern Sie später nur noch bei Trockenperioden.

  3. Halten Sie den Bereich um den Baumstamm vegetationsfrei, um den Sauerstoffaustausch zu erleichtern und mögliche Anmähschäden zu verhindern.

  4. Überprüfen Sie die Anbindung stets auf Festigkeit und Einwachsen und erneuern Sie diese bei Bedarf.

  5. Nach drei Jahren sollte der Baum angewachsen sein. Die Anbindung kann dann entfernt werden.

Dieser Text entstand in Zusammenarbeit mit Baumpflegespezialist und Forstwart Severin Murer.

(Quelle: BSB-Lehrgang, Skript Baumpflanzung und Anwachspflege)