Vom Profi


Baumpfleger Severin Murer im Porträt

Das Klettern wurde ihm in die Wiege gelegt. Severin Murer hat sich mit dem Beruf des Baumpflegers seinen Bubentraum erfüllt. Was ihn an seiner Arbeit besonders fasziniert, erzählt er uns im folgenden Interview. 


Wie bist Du zum Beruf des Baumpflegers gekommen?

Mein Vater ist Forstwart und Baumpfleger. Schon bevor ich gehen konnte, durfte ich immer mit auf die Bäume und in den Wald. Für mich war stets klar, dass ich nach der Schule die Ausbildung zum Forstwart mache und mich danach zum Baumpflegespezialisten weiterbilde. Genau so habe ich es dann auch gemacht und bisher nicht bereut. Ich liebe es, den ganzen Tag in der Natur zu sein, zu Klettern und zu Holzen. Ich lebe sozusagen meinen ‚Bubentraum‘.

Welche Voraussetzungen sollte man für den Beruf mitbringen?

Man muss körperlich fit sein, gerne auch bei Wind und Wetter draussen arbeiten, Interesse und auch ein Verständnis für Bäume und die Natur haben. In der Schweiz ist es auch von Vorteil, wenn man eine Grundausbildung in einem Grünen Beruf (Forstwart/Gärtner) absolviert hat.

Was fasziniert Dich an der Arbeit mit Bäumen?

Bäume als langlebige Organismen erfordern sehr viel Weitsicht. Pflanze ich heute einen Baum, muss ich mir überlegen, ob er in 50 oder gar 100 Jahren immer noch passend und standortgerecht sein kann. Auch bei Schnittmassnahmen oder sonstigen Eingriffen muss immer überlegt werden, was in Zukunft das Beste für den Baum ist. Dieses in die Zukunft denken fasziniert mich sehr. Da jeder Baum unterschiedlich ist, sind auch die Massnahmen - das Klettern oder das Fällen - jedes Mal anders. Diese Abwechslung mag ich.

Das Berufsbild ist sehr abwechslungsreich. Was sind die grössten Herausforderungen, die sich Dir bei der Arbeit stellen?

Die grössten Herausforderungen sind die Interessen von Mensch und Baum möglichst gut zu vereinbaren, immer die bestmöglichen Massnahmen zu treffen und bei den Massnahmen die beste Vorgehensweise zu wählen. Manchmal ist die grösste Herausforderung aber auch nur, in die äusserste Kronenperipherie zu kommen.

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Welche Sicherheitsaspekte gilt es ganz besonders beim Arbeiten mit Kettensägen im Baum zu beachten?

Wichtig ist das konsequente Tragen der persönlichen Schutzausrüstung. Sobald mit der Kettensäge im Baum gearbeitet wird, muss man auch doppelt gesichert sein. Die grösste Sicherheit aber gibt eine gute Ausbildung.

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Welche Produkte von Husqvarna benutzt Du?

Ich benutze die Technical Extreme Arbor als Schnittschutzhose im Baum und die Technical Extreme für den Forst. Sie sind sehr komfortabel und angenehm zu tragen. Im Forst benutze ich ausserdem den Werkzeuggürtel Flexi und das Forstbeil von Husqvarna. Bei den Sägen mag ich für die Baumpflege oder für kleinere Baumabtragungen in geräuschempfindlicher Umgebung die T 535i XP. Für die meisten Fällungen benutze ich aber die 550 XP Mark II. Durch ihr super Gewichts-/ Leistungsverhältnis ist sie die perfekte Allroundsäge für mich. Selbst mit dem 45er Schwert hat sie stets genügend Durchzug und Biss. Wenn die 550 XP Mark II mal an ihre Grenze kommt, kann ich mich stets auf meine 572 XP verlassen.

Du hattest die neue 550 XP® Mark II nun ein Jahr bei Dir im Einsatz, was sind Deine Erfahrungswerte dazu?

Die neue 550 zeichnet sich durch starke Leistung, perfektes Handling und eine super Startbarkeit aus.

Schon die alte 550 war eine super Säge, die neue wurde aber in jeder Hinsicht noch einmal merklich verbessert. Einzig das Gewicht hat leider auch ein bisschen zugelegt, was aber nicht wirklich spürbar ist. Wenn sich die Haltbarkeit dadurch verlängert, kann ich ohne Probleme damit leben. Bis jetzt hält meine neue 550 alles, was sie verspricht und ich bin definitiv begeistert von ihr.

Welche Eigenschaften der Husqvarna Sägen schätzt Du im Allgemeinen?

Sie sind extrem handlich, zuverlässig und leistungsstark. Ausserdem ist ihr Kraftstoffgebrauch gering, was einerseits umweltschonend ist und auch gut für’s Portemonnaie. Auch mag ich die grosse Produktpalette. Von der Akkusäge bis zur 120ccm Säge gibt es im Profisegment alles, was das Herz begehrt.

Hast du Anregungen, Ideen oder Wünsche für die Weiterentwicklung unserer Produkte?

Meine ‚alte Liebe‘ die 562 XP, die ich während meiner Zeit im Forst immer sehr geschätzt habe, hätte ich gerne in einer Mark II Version. Auch über eine noch stärkere T 535i XP würde ich mich sehr freuen.

Gibt es ein besonderes Erlebnis während Deiner Arbeit, das Dir in Erinnerung geblieben ist?

Einmal durften wir eine riesige Eiche an einem Waldrand schneiden. Sie war bis in die Spitzen mit Efeu bewachsen, von dem wir sie mühselig befreien mussten (Efeu kann - sobald es die äussere Kronenperipherie erreicht hat - wegen Lichtkonkurrenz, Windlast und Einschnürung zu einem grossen Problem werden für den Baum). Nach stundenlanger, wirklich mühsamer Arbeit, hatten wir es schliesslich geschafft und einen Baum vor uns, der im Innern dank dem Efeu keine Feinäste mehr hatte. Dadurch konnte man sich im Kroneninneren extrem frei und schnell bewegen, coole Sprünge machen und das Klettern extrem geniessen. Ich bin den Baum bestimmt fünf Mal nacheinander abgeklettert, weil es so viel Spass gemacht hat. So wird man für mühselige Arbeiten manchmal belohnt.

Letzte Frage: Was ist Deine Lieblingsbaumsorte?

Schwierige Frage…ich mag sehr viele Bäume! Zum Bespiel die Eiche, die 1000 Jahre alt werden kann und extrem Spass macht zum Klettern. Die Platanen, die 40 Meter hoch werden können und auch geniale Kletterbäume sind. Oder die Flatterulme, die leider sehr selten geworden ist, ihrer puren Schönheit wegen.

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